Warum ist Bio teurer?

By myreform

Wir haben einen guten Kommentar von Schneemann90 erhalten, welcher beinhaltet, dass Bio i.d.R. teurer ist. Vielen Dank für das Statement. Sehr gern möchten wir uns dazu äußern.

Es ist richtig, dass die biologische Ernährung i.d.R. noch sehr teuer ist. Dafür sind verschiedene Faktoren zuständig:

  • Die Hersteller von biologischen Produkten haben normalerweise ein geringeren Umsatz als übliche Hersteller, so dass sie ihre Produkte nicht günstiger anbieten können.
  • Des Weiteren verzichten die Bio-Vearbeiter auf Hilfs- und Zusatzstoffe, welche u.U. die Produktion kostengünstiger machen. Die Bio-Hersteller sind meistens mittelständische Betriebe bzw. Einzelhersteller und nicht Billighersteller, welche Produkte in Massen herstellen.
  • Das Bio-Fachhandwerk ist sehr personalintensiv, da i.d.R. damit kompetenter Service und Beratung verbunden sind. Personalkosten sind hier der Kostentreiber.
  • Der Bio-Hersteller verzichtet bewußt auf Pestizide und Mineraldünger. Hieraus folgt, dass der Bauer weniger „Früchte“ erntet und damit eine kleinere Ausbringungsmenge als konventionelle Hersteller hat. Weniger Früchte = weniger Ertrag.

Über weitere Kommentare freuen wir uns!

Ihr Team von myreform!

2 Antworten zu „Warum ist Bio teurer?“

  1. Roonie sagt:

    Liebe Reformatoren, lieber (regelmäßige) Leser des Portals,
    auch wenn ich nun fast jeden Tag einen Kommentar schreibe, hoffe ich, dass meine Sicht nicht zu Einseitig wirkt.
    Ich finde an dieser Stelle müsste zusätzlich definitv noch die Frage aufgeworfen werden. Sind die Lebensmittel in Deutschland zu billig??
    M.E. sind deutsche Lebensmittel (zumindest für die erhältliche Qualität) „viel zu“ billig. Skandal werden jetzt wahrscheinlich viele Menschen sagen, welche etwas genauer auf das Geld achten müssen (Ich gehöre übrigens als Student auch dazu). Dies ist jedoch ein anderer Punkt, nämlich der, ob das Einkommen dieser Menschen dem Leben in Deutschland angepasst ist -doch dies möchte ich hier nicht weiter ausführen. Ich denke, dass die im Supermarkt erhältlichen Lebensmittel, durch Massenproduktion, viel zu billig ist. Dies ist auch der Grund warum Bioprodukte als sehr teuern gelten. Vergleicht man jedoch ein Bioprodukt mit demgleichen Nicht-Bioprodukt, welches jedoch direkt vom Hersteller (Bauernhof) kommt, stellt man eine viel geringere Preisdifferenz fest, da die Produkte vom Bauernhof zu großen Teilen die Realkosten für ein in Deutschland produziertes Produkt wiederspiegeln. Erst durch Massenfertigung (und -tierhaltung), sowie durch Dumpinglöhne (und -Einkaufspreise) ist es in Deutschland möglich, diese Supermarktprodukte (meinem Synonym für Produkte aus Massenproduktion -in diesem Artikel) zu solchen Schleuderpreisen angeboten werden können. Schaut man beispielsweise über die Grenze nach Tschechien, so kann man ein deutlich geringeres Lohnniveau feststellen, jedoch müssen diese Menschen annähernd das Gleiche für Ihre Lebensmittel ausgeben, wie in Deutschland, nur mit dem Unterschied, dass die dortigen Preise viel mehr den reelen Produktionskosten entsprechen -auch wenn die Menschen dort sich ebenfalls über den Preis beschweren).
    Eine vor 6 Monaten erhobene Statistik verdeutlicht die Lage. Die Deutschen geben lediglich 7% ihres Einkommens für Lebensmittel aus. Dabei sind Lebensmittel ganz oben auf der Liste, der zum Leben essentiellen Dinge. Nehmen wir uns ein Beispiel an anderen Europäischen Ländern, wie Italien oder Frankreich, in denen weit mehr als 25% des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben werden. Ich denke es müsste ein Umdenken in Deutschland stattfinden, bei dem nicht mehr auf die Quantität der Lebensmittel, sondern viel mehr auf deren Qualität geachtet wird. –> Positiver Nebeneffekt: Eine Bewusste Ernährung, die auf lange Sicht (neben Sport natürlich) das deutsche Durchschnittsgewicht der Menschen wieder einiger Maßen normalisieren wird.
    Einen genannten Punkt aus dem Artikel sehe ich anders: Es wird gesagt, Biologische Landwirschaft bringe weniger Ertrag, als konventionelle LW. Dies ist vordergründig natürlich erst einmal offensichtlich, jedoch gibt es erste Langzeitstudien (15 Jahre und 30 Jahre), die eindeutig beweisen, dass sich der Boden durch Biologische Bewirtschaftung auf lange Sicht so gut regeneriert dass die Pflanzen in der X-ten Generation einen HÖHEREN ERTRAG ausbringen, als er aktuell durch konventionelle Methoden erzielt werden kann (Tendenz steigend).
    An dieser Stelle möchte ich Enden und andere Leser gerne zum kommentieren aufrufen.
    Viele Grüße euer Ronny

  2. myreform sagt:

    Hallo Roonie, vielen Dank für Deinen sehr ausführlichen und interessanten Kommentar. Wir finden es sehr gut, dass Du dich so intensiv mit dem Thema auseinandersetzt. Der letzte Punkt leuchtet uns ein, jedoch ist eine Amortisationszeit von bis zu 30 Jahren eine sehr lange Zeit. Hier gibt es sicherlich betriebswirtschaftliche Gedanken, wonach innerhalb kürzerer Zeit Ertrag erwirtschaftet werden möchte. Wir denken, dass auch der höhere Preis hierbei eine Rolle spielt. Biologisch zu wirtschaften, soll nicht das ökonomische Denken ausschließen. Hinter jedem Bio-Bauern wird nicht nur das „gute Gewissen“ stehen, sondern auch der Zweck des Geldverdienens.
    Du bist definitiv auf dem Weg zum Bio-Reformator :-)
    Dein Team von myreform!

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